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Zwischen Schein und Sein - Teil 2

Springen wir nun von Platon zu Aristoteles. Hier kann man (in der "Metaphysik") eingiges anführen. So wird das Nicht-Seiende vor allem als Falschheit aufgefaßt. Wie schon bei Platon hat man den Gegensatz zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist, wobei hier nicht absolute Gegensätze gemeint sein können (nicht-weiß ist ja z.B. nicht gleichebdeutend mit schwarz, während schwarz beispielsweise nicht-schwarz, nicht-grau, nicht-grün einschließt).

Sein kann man also der Einfachheit halber als das auffassen, was zutrifft; dies wird bei Aristoteles für die Urteilslehre von Belang sein und natürlich auch für die "Kategorien". Aussagen müssen ja anhand bestimmter Kriterien gefällt werden und Widersprüchlichkeiten helfen hier nicht weiter.

Überspringen wir nun eine genügend große Zeitspanne, kommen wir zu Descartes, der sich in den "meditationes" (dt. Meditationen) mit Sein und Schein auseinandergesetzt hat. Ausgangspunkt ist für ihn der Zweifel an allem, was seine Sinne ihn glauben lassen und demzufolge an allem, was vor dem Zeifel noch als wahr gegolten haben mag. Nach einigen gründlichen Überlegungen kommt er aber zu dem Schluß, daß eines zumindest nicht bezweifelt werden kann: Daß er ist. Zwar nicht unbedingt so, wie er sich über die Sinne noch wahrgenommen hat, aber als denkendes Ding ("res cogitans"). Dies ist nun sozusagen der "innere" Teil der Welt, es fehlt aber noch der "äußere": die "res extensa", alles Körperliche, Materielle. Dieses nun muß nicht notwendigereise genau so beschaffen sein, wie man es wahrnimmt (eben weil die Sinne einen täuschen können), aber es muß vorhanden sein.

Einige Zeit später trat dann Kant auf, der mit der sprichwörtlichen deutschen Gründlichkeit zu Werke ging. Da ich hier nicht seitenweise Kants Gedankengänge nachvollziehen möchte, sei hier nur kurz erwähnt, daß es auch bei ihm einerseits die geistige (Verstandes-) Ebene und die körperliche (Sinnen-) Ebene gibt. Der Mensch kann durch seinen Verstand die Welt wahrnehmen und diese muß man als so beschaffen annehmen, daß sie geeignet ist, ein funktionierendes Weltbild zu konstruieren. Schließlich könne der menschliche Intellekt nicht ergründen, wie die "Dinge an sich" tatsächlich beschaffen sind, sondern nur, wie sie für uns beschaffen sind.

In jüngster Vergangenheit drängen sich auch die Naturwissenschaftler in die Erkenntnistheorie, verfügen sie doch mittlerweile über genügend Meßinstrumente, um einige Behauptungen und Thesen überprüfen zu können. So gibt es z.B. Mesungen darüber, wann überhaupt ein auftretender Reiz bewußt wahrgenommen wird und wann er zwar de facto auftritt, aber nicht wahrgenommen wird. Hier sei unter anderem auf Benjamin Libet verwiesen, der hierzu einige interessante Untersuchungen vorgenommen hat. Aber auch andere Neurowissenschaftler untersuchen z.B. welche Hirnregionen aktiv sind, wenn wir mathematische Aufgaben lösen. Das "letzte Rätsel" Hirn wird uns sicherlich in den nächsten Jahren noch einige bemerkenswerte Impulse auch für die Philosophie bereithalten.
6.11.09 16:01
 



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